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Der Mont Blanc in der Theorie
Diesen Bericht hab ich mal aus Langeweile im ICE von München nach Guzbach und zurück geschrieben – nützliche Informationen sind hier eher nicht zu finden.
Falls Ihr es durchlesen solltet, dann werdet Ihr am Ende feststellen, was wir für eine verpeilte Aktion auf’s Parkett gelegt haben.
Mitgemacht haben übrigens Dirk S., Stefan “Horni”, Peter “Pit” und ich – Philipp “Fuzzel”.
Update: Der Bericht, jetzt in Form eines Blogs, findet sich hier
D-Stadt hat uns wieder – nach einer ewigen Fahrt, bei welcher der ein oder andere noch fast hinterm Steuer eingeschlafen wäre und ewigen vielen Schlafpausen. Plan B ausgeführt – was ist jetzt mit Plan C? Naja, ganz einfach: Jetzt ist der höchste Berg Afrikas an der Reihe … aber das hat zumindest Peter mittlerweile erledigt.
Plan B (fast) ausgeführt – wir sortieren kurz unser Zeug, spielen mit einer kleinen schwarzen Katze, die unser Ausrüstungschaos als Spielplatz betrachtete und schmeißen am Ende alles ins Auto und fahren los – die Katze springt in letzter Minute wieder aus dem Auto raus.
Nach einer nicht enden wollenden Absteigerei durch die Französischen Wälder stellte sich wenige hundert Meter vor dem Auto noch einmal der Gebirgsbach in den Weg, der mittlerweile durch Schmelzwasser an Größe etwas zugelegt hatte. Etwas viel. Völlig ausgelaugt mit großen Rucksäcken war einfaches Rüberspringen völlig ausser Frage. Letztendlich bin ich vorgesprungen und dabei fast reingefallen. Mit einem Seil sind die anderen dann nachgesprungen: Sie haben anlauf genommen und in dem Moment wo sie losgesprungen sind hab ich an der anderen Seite gezogen. Es gibt elegantere Methoden einen Bach zu überqueren, aber die hie hat funktioniert.
Auch die Investition von viel Geld in Wasser auf der Gouter – Hütte konnte uns nicht vor dem buchstäblichen Trockenlaufen bewahren. In der kühlen Nacht und im Wald war es anfangs nicht so schlimm, aber Dehydration wird schnell sehr hässlich. Wir hofften einfach nur noch eine Quelle zu erreichen an die wir uns vom Hinweg erinnern konnten. Diese war aber – wie das Quellen so an sich haben – eher unten als oben.
Pause, Petzels auf und weiter.
Nach 2 Stunden Pause beschlossen wir in der Gouter – Hütte, das Grand Coulior heute noch abzusteigen.
Der Abstieg bis zur Traverse ging zügig und ohne Probleme, aber eine Naßschneelawine hatte die Spur der Traverse verschwinden lassen und in der Mitte entdecken wir eine 1,5 Meter breite Rinne. Stefan und ich gehen vor, wobei ich noch eine Spur in den Schnee treten mußte, der nicht mehr so viel Halt geboten hat, wie 1 1/2 Tage zuvor, über die Rinne sind wir nach kurzem Zögern einfach rüber gesprungen. Danach folgte ein Steinschlag, dann Dirk und Peter und dann wieder ein Steinschlag – geschafft. Die erfolgreiche Durchführung von Plan B lag in greifbarer Nähe. Gemütlich und entspannt ging es zur Bergbahnstation
Oben auf dem Gipfel ging ziemlich gut der Wind, die Sicht war gleich null, wir waren nicht allzu fit und zur Krönung konnten wir am Anfang nicht ganz feststellen, ob wir überhaupt oben waren; erst nachdem wir uns später eine Beschreibung vom Gipfel einholten – der zeichnet sich hauptsächlich dadurch aus, daß er vollgekotzt und vollgepißt ist – wußten wir wirklich, daß wir oben gewesen waren. Also kurz ein Gipfelfoto gemacht (was nichts geworden ist) und dann wieder runter.
Plan A (auf den Mont Blanc klettern) war an dieser Stelle erfolgreich abgeschlossen – wir machten uns nun daran Plan B (runterkommen und davon erzählen) durchzuführen. Weil absteigen viel einfacher als aufsteigen ist, konnten Peter und Horni schon bald ihre Rucksäcke, die sie in der Hütte deponiert hatten, wieder aufnehmen.
Unser Wasser war nun endgültig alle und so beschlossen Peter, Dirk und ich, daß es besser ist, wenn Peter und ich schon einmal vorgehen, um von der Gouter-Hütte Wasser zu holen.
Ich will jetzt nicht schon wieder mit Details langweilen, also kürze ich mal ab. Was in gemäsigten Höhen und auf einem Schlittenhügel ganz witzig wäre, ist über 4000m auf einem Gletscher einigermaßen prall: Peter und ich rannten den Dome du Gouter runter, was sehr schnell ging, wogegen Dirk und Horni gleich auf Isomatten runter rutschten, was noch schneller ging.
Horni hatte aufgrund der Höhe nicht so viel geschlafen, aber sonst war noch alles im Grünen Bereich. Nach dem kurzen Frühstück legten wir unsere Ausrüstung an und reihten uns in die Karawane ein oder vielmehr hinten an: Wir waren do im allgemeinen die Letzten.
Zwar nicht besonders schnell, aber mit stetigem Tempo ging es den Dome du Gouter hinauf. Horni fing an mit der Höhe zu kämpfen – es war nicht etwa seine Fitneß, die ihm zu schaffen machte (er hatte für das Projekt einen Trainingsplan zur Steigerung der Ausdauer absolviert) , sondern simpel die Übelkeit. Unsere Geschwindigkeit verringerte sich permanent, aber war nach wie vor akzeptabel. Inzwischen war es hell geworden, die letzte Schutzhütte vor dem Gipfel war in Sichtweite geraten und wir freuten uns auf eine Pause, die leider einen bitteren Beigeschmack hatte: Inzwischen waren unsere Wasservorräte schon so sehr dezimiert, daß wir in absehbarer Zeit keines mehr haben sollten.
Ein ganz kleines bißchen erholt ging’s weiter aber das schöne Wetter, was uns bis jetzt begleitet hatte verließ uns genauso, wie wir immer mehr die Höhenluft zu spüren bekamen. Der Luftdruck auf dem Gipfel liegt bei ca.590 mbar – nicht sehr viel und bei 4400 Metern waren’s auch nicht viel mehr. Irgendwie haben wir uns dann doch noch, als eine der letzten Seilschaften über den Bosses-Grat (wo wir dank des Nebels nicht gesehen haben, wie es rechts nach Italien und links nach Frankreich runter geht) auf den Gipfel geschleppt.
Immer noch etwas mit den Nerven fertig kamen wir auf der Gouter Hütte an. Das restliche Tagesprogramm bestand aus fressen, trinken, Ausrüstung vorbereiten (ja wir sind schlauer geworden) und versuchen zu schlafen.
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